In einer Unterkunft für geflüchtete Menschen in Berlin-Tempelhof bieten wir „Niedrigschwellige Familienberatung“ an. Michael Regel ist staatlich anerkannter Erzieher und hauptverantwortlich für die Projektumsetzung.
Drei Mal pro Woche ist er vor Ort, bietet offene Sprechstunden, aufsuchende Beratung sowie eine regelmäßige Bildungsberatung an. Auch Schachnachmittage und in den Ferien Ausflüge zum Beispiel ins Naturkundemuseum oder den Tierpark gehören ins Programm. Ziel des Projektes ist es, niedrigschwellig mit den Familien in Kontakt zu kommen, lebensweltorientierte Beratung zu leisten, die Erziehungsfähigkeit der Eltern zu stärken und den Kinderschutz zu sichern.
Fragen und Antworten für den Alltag in Berlin
Die Unterkunft in Tempelhof ist eine Erstaufnahmeeinrichtung, die Bewohnenden leben meist noch nicht lange in Deutschland und haben viele Fragen. Michael berät vor allem zu Bildungsthemen, wie Schulabschlüssen und Anerkennung in Deutschland, zu Deutschkursen und Arbeitsmöglichkeiten, Sozialleistungen und allem was die Kinder betrifft: Kitaplätze, Schule, Einschulung und Willkommensklassen. Aber auch ganz praktische Dinge für den Alltag in Berlin gehören dazu: Wo findet man eine Hausärztin und wie nutzt man das 4-Fahrten-Ticket so, dass man keine Strafe bekommt? Wenn Michael die Menschen nicht selbst beraten kann, leitet er sie an externe Beratungsstellen weiter.
Russisch als gemeinsame Sprache
Da in der Unterkunft viele Menschen aus der Ukraine leben, die auch russisch sprechen, ist Michael mit seinen Russischkenntnissen besonders gefragt:
„Es ist ein großer Vorteil, dass wir uns auf einer gemeinsamen Sprache austauschen können. Die Hemmschwelle zu fragen ist viel geringer und es entstehen keine Missverständnisse wie bei der Übersetzung mit dem Handy.“
Ein weiterer Vorteil ist, so Michael, dass er nicht direkt zum Haus gehört und so als „neutrale“ Person wahrgenommen wird. Auch die gemeinsamen Ausflüge, Spiel- und Beratungsangebote fördern das Vertrauen und damit die niedrigschwellige Familienberatung. So können auch schwierige Themen schneller angesprochen und für Eltern und Kindern bestmögliche Unterstützung gewährleistet werden.
Das Projekt wird seit 2024 vom Jugendamt Tempelhof-Schöneberg gefördert. Kooperationspartner am Standort sind der AWO Kreisverband Berlin-Mitte und der Internationale Bund Berlin-Brandenburg.
Projektförderung durch: