Leistungsbeschreibung

Kompetenz Berlin interkulturelle Jungend- und Familienhilfe gGmbH

Der Träger

Seit der Gründung von Kompetenz interkulturelle Jugend- und Familienhilfe gGmbH im Jahr 2013 (ursprünglich als e.V.) arbeiten wir nach unserem inklusiven, interkulturellen und sozialpädagogischen Ansatz im Sinne unseres Leitbildes und haben uns zum Ziel gesetzt, im Rahmen der Jugendhilfe Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene mit einem hohen Betreuungsbedarf und ausgeprägter Symptomatik in die Gesellschaft zu (re-)integrieren. Wir verstehen unsere Aufgabe unter anderem darin, eine Brücke zwischen Minoritäten und der Mehrheitsgesellschaft zu schaffen und ihnen so die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Wir stehen für eine Kultur der gegenseitigen Akzeptanz wie auch für eine aktive Integration in die Gesellschaft.

Unsere Schwerpunkte sind Familien mit Migrations- und Fluchterfahrung, die beim Integrationsprozess auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Den Familien wird Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung von Krisen und Erziehungsschwierigkeiten angeboten.

Von Oktober 2015 bis Dezember 2016 fügten wir unserer Arbeit einen weiteren Arbeitsschwerpunkt hinzu, als wir die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (umF) an sieben Standorten in Berlin übernommen haben. In diesem Zusammenhang haben wir einerseits unsere Mitarbeiter im Zuwanderungs- und Asylrecht fortgebildet, als auch breit gefächerte Kontakte zur Senatsverwaltung, den Bezirksämtern und verschiedenen Bürgerinitiativen und Kirchengemeinden aufgebaut, um die Aufgaben bestmöglich zu meistern. Des Weiteren sind wir Kooperationen mit Sportvereinen und der Freien Universität Berlin eingegangen, die unsere Arbeit durch ihr hohes Engagement und ihre Kreativität umfassend gestützt haben.

Seit August 2016 konzentrieren wir uns zunehmend auf die Konzipierung und Umsetzung von Projekten im In- und Ausland. Schwerpunkt unserer Projektarbeit ist zum einen die Integration von jungen Erwachsenen mit Migrations- und Fluchterfahrung, und zum anderen die Unterstützung und der Aufbau von Infrastrukturen in den kurdischen Gebieten des Nordiraks und Syrien.

Satzungsgemäße Ziele von Kompetenz Berlin gGmbH sind:

  • Förderung der Jugendhilfe
  • Förderung der Flüchtlingshilfe
  • Förderung der Bildung und Erziehung

Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch sozialpädagogische Arbeit:

  • Schulung und Fortbildung zu den Themen Migration und psychische Erkrankung; Eingliederungshilfe für straffällige Jugendliche (Lernförderung und Schulbegleitung)
  • Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz durch Elterntraining
  • Training von Kommunikations-, Beziehungs- und Konfliktfähigkeit
  • Konfliktmanagement ggf. in der Muttersprache;
  • Unterstützung der individuellen und sozialen Entwicklung von Migranten;
  • Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenarbeit mit anderen Organisationen im Bereich der Sozialarbeit

Zielsetzung

Das Recht der Eltern auf Förderung und Unterstützung bei der Erziehung bildet die Grundlage aller Hilfen, die individuell für jedes Kind und jeden Jugendlichen im Hilfeplan formuliert werden.

Ziele der Leistungen sind:

  • Entwicklung von Problemeinsicht und Entlastung der Kinder, Jugendlichen und Familien, um neue Perspektiven zu eröffnen
  • Verbesserung der Lern-und Entwicklungschancen
  • Aufbau von Selbstvertrauen
  • Erwerb von sozialen Kompetenzen
  • Lösung von Konflikten und Aufbau von Beziehungen (Beziehungsfähigkeit)
  • Friedlicher Umgang mit anderen Ethnien, Religionen und Weltanschauungen
  • Erwerb lebenspraktischer Kompetenzen
  • Integration ins familiäre und institutionelle Umfeld
  • Stärkung der Ressourcen der Familien
  • Erkennen und Befriedigung der Bedürfnisse eines Kinder / Jugendlichen
  • Stärkung der Erziehungsfähigkeit der Familien
  • Verständnis schaffen für kindliches Verhalten
  • Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien
  • Erhalt und Entwicklung des familiären Lebenszusammenhangs
  • Schulische Integration
  • Erwerb und Entwicklung wichtiger Bezüge außerhalb der Familie
  • Abbau geschlechtsspezifischer und ethnischer Benachteiligung

Leistungsinhalt

Leistungen nach §§ 29, 30, 31, 35, 41 SGB VIII & § 54 SGB XII

29 SGB VIII Soziale Gruppenarbeit

Die soziale Gruppenarbeit stellt ein Angebot für ältere Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsrückständen insbesondere mit Defiziten im Sozialverhalten dar. Sie erfolgt als ambulante Hilfe. Ein Verbleiben in der Familie muss gewährleistet sein. Es muss eine ausreichende soziale Grundkompetenz zur Orientierung in einer Gruppe gegeben sein. Die Altersstruktur in der Gruppe sollte ausgewogen sein, jedoch nicht unterhalb des Grundschulalters liegen.

Grundlage für die soziale Gruppenarbeit bildet ein sozialpädagogisches Konzept, das die Entwicklung von älteren Kindern und Jugendlichen durch soziales Lernen in der Gruppe fördert (KJHG).

Soziale Gruppenarbeit soll die Entwicklung des Kindes fördern durch:

  • sozialpädagogische Arbeit in der Gruppe
  • Kontakte mit der Familie, regelmäßige Elterngespräche, beide Elternteile werden im Prozess mit einbezogen
  • kindesbezogene Zusammenarbeit mit der Schule, Lehrergespräche
  • Die Lehrer werden an Hilfekonferenzen beteiligt.
  • Auf der Grundlage des Hilfeplans werden die Fortschritte, Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensprobleme beschrieben und evtl. individuelle Förderung vorgeschlagen.

Der gesetzliche Auftrag konkretisiert sich im Hilfeplan, in dem die Zielsetzungen der Hilfe zur Erziehung nach dem jeweiligen Bedarf im Einzelfall vereinbart werden.

Mit diesem Auftrag sollen folgende generelle Ziele erreicht werden:

  • Stabilisierung des familiären Umfeldes durch Entlastung der Eltern
  • Erhalt und Entwicklung wichtiger Bezüge außerhalb der Familie
  • Mobilisierung der Ressourcen des jungen Menschen
  • Entfaltung der Persönlichkeit
  • Schulische Integration
  • Abbau geschlechtsspezifischer und ethnischer Benachteiligungen

Die soziale Gruppenarbeit soll Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, soziale Regel und Normen kennen zu lernen, Verstöße und deren Folgen zu erleben, und so ein adäquates Verhaltensrepertoire entwickeln zu können. Hierzu gehören nicht zuletzt die Fähigkeit zum Umgang mit Kritik, die Übernahme von Verantwortung und das Erlernen von rücksichtsvollem Verhalten. Während der Treffen können altersspezifische Themen genauso diskutiert werden wie Interessen aus dem sportlichen und kulturellen Bereich.

Die Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, den Einzelkontakt zu den Betreuer*innen zu suchen und Themen zu verbalisieren, die sie in der Gruppe nicht preisgeben wollen. Einzelgespräche werden in regelmäßigen Abständen geführt.

In besonderen Situationen kann auch ein Eltern- oder Schulgespräch geführt werden.

Den Kindern und Jugendlichen wird auch die Möglichkeit gegeben, das Erlernte in ihren Lebensbereich zu übertragen und in der Gruppe zu reflektieren.

Besondere Leistungen für Familien und junge Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung

Die Flucht vor Gewalt, Krieg und Folter und das Verlassen der Heimat bedeutet für die Familien meist eine Entwurzlung aus ihrem vertrauten Umfeld, Familienstrukturen, Normen und Werten. Die Situation in den aufnehmenden Ländern ist oft durch gesellschaftliche Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit gekennzeichnet. Der ungeklärte Aufenthaltsstatus und die darin begründete Verunsicherung sind eine enorme Belastung für alle Betroffenen.

Kinder und Jugendliche aus Kriegsgebieten, deren Familien zahlreiche Repressalien, Krieg, Folter und Flucht erleben mussten, bedürfen einer besonderen Zuwendung und Unterstützung, damit sie in die Lage versetzt werden, sich am gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben in der neuen Heimat zu beteiligen und sich damit auch erfolgreich zu integrieren.

Sozialpädagogische Maßnahmen für traumatisierte Familien

Viele Kinder von Geflüchteten sind traumatisiert. Für eine traumatische Situation ist das Erleben von Ausgeliefertsein, Bedrohung, Todesangst und Hilflosigkeit kennzeichnend. Zu den sozialpädagogischen Maßnahmen von traumatisierten Familien und deren Kindern gehören u.a. der Aufbau einer Tagesstruktur, einer gesunden Beziehung zwischen den Kindern und ihren Eltern, Begleitung bei behördlichen Angelegenheiten, Hilfe bei der Antragstellung, Unterstützung und Begleitung bei Schulbesuchen, eventuelle Arztbesuche, wie z.B. stationäre Behandlungen, Gespräche mit den Gesundheitskassen oder Sozial- und Jugendämtern und die allgemeine Anwendung des Case-Managements.

  • Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit der eigenen und der Deutschen Kultur (Einzelgespräche, Gruppengespräche)
  • Unterstützung der Integration bei der gleichzeitigen Wahrung der kulturellen Identität
  • Bildungsorientierung, berufliche Orientierung und Berufsfindungsprozess
  • Unterstützung beim Bleiberecht / Aufenthalt
  • Vermittlung therapeutischer Hilfen bei traumatischen Erlebnissen (Bürgerkrieg, Verfolgung, Gewalterfahrung)

Kompetenz Berlin gGmbH setzt besondere Methoden, wie z.B. Vertrauen durch Sprache, kultureller Hintergrund, Verständnis aus dem jeweiligen Kulturkreisen, ein. Unsere sozialpädagogischen Fachkräfte haben einen interkulturellen Background, der sie befähigt, Konfliktsituationen schnell zu erkennen und zu intervenieren.

Verlauf der Hilfe

  • Beteiligung des Leistungsträgers am Hilfeplanverfahren (s. AV, Hilfeplan)
  • Umsetzung der definierten Hilfeziele
  • Durchführung von Projekten
  • Einhaltung von vereinbarten Termine