Projekt zur Förderung der Arbeit mit Kindern in Kampfgebieten

Das Projekt zur Förderung der Arbeit mit Kindern in Kampfgebieten wurde erstellt, um den Prozess zur Behebung des emotionalen und seelischen Schadens, den die Gewalt in den östlichen Städten der Türkei bei den Kindern verursacht hat, zu unterstützen. Das wesentliche Ziel des Projektes besteht darin, Künstler, Lehrer/Ausbilder, Psychologen, Aktivisten und NGO-Mitarbeiter zu unterstützen, die wiederum Kinder, die während und nach den intensiven Kampfhandlungen in Diyarbakır, Şırnak, Mardin und Hakkari, die im September 2015 begannen und bis heute auswirken, und die in ihrem Bildungs- und soziokulturellen Leben beeinträchtigt wurden, aus psychologischer und sozialer Sicht unterstützen möchten.

Zu der Gruppe, die unter den Kampfhandlungen in Diyarbakır, Mardin, Şırnak und Hakkari, die im August 2015 begannen und fast ein Jahr anhielten, und unter den Ausgangssperren am meisten und stärksten gelitten haben, gehören die Kinder. Die heftigen Kampfhandlungen und die Ausgangssperren, insbesondere die Verletzung des Rechts auf ein soziales Leben, auf Bildung und auf Schutz, haben bei den Kindern die soziale und emotionale Entwicklung, sowie die Art, Beziehungen einzugehen, zutiefst beeinträchtigt und bleibende Auswirkungen verursacht, die zu schweren traumatischen Schäden bei den Kindern führten und weiterhin führen. Damit unter diesen Bedingungen die traumatischen Auswirkungen auf die Kinder behoben bzw. verringert werden können, sind alternative Wege einzuschlagen.

Die Kinderrechte setzen sich aus vier grundlegenden Säulen zusammen: Gleichbehandlung, Wohl des Kindes, Recht auf Entwicklung und Recht auf Beteiligung. Die Gewalt in den Kampfgebieten hat diese Rechte beschnitten. Das Projekt zur Förderung der Arbeit mit Kindern in Kampfgebieten will die Arbeit mit Kindern, die aufgrund der Kämpfe traumatisiert sind und damit umgehen müssen, unterstützen. Dieses Projekt, das aus zwei Tätigkeitsfeldern, und zwar Kleine  Schenkungen und Ausbildung zum Ausbilder, besteht, ist dringend zu unterstützen und von Wichtigkeit, weil es die grundlegenden Kinderrechte beachtet.

Zu diesem Zweck wurden am 1. Februar 2016 durch die Unterstützung von Personen und Einrichtungen 20 Atelier-/ Veranstaltungsanträge, die für Kinder in den Kampfgebieten vorgesehen waren, gefördert. Bei den Versammlungen mit den Ausbildern, deren Projekte gefördert wurden, und bei den in regelmäßigen Abständen durchgeführten Treffen in den Städten, in denen diesbezügliche Bestrebungen vorhanden sind, wurde für eine noch bessere, produktive und für die Kinder nützliche Tätigkeit Auskunft über die benötigten verschiedenen Ateliers und Ausbildungsmöglichkeiten eingeholt. Während des Projektes, das entsprechend der geführten Gespräche und nach den Anregungen der Ausbilder in den Ateliers entworfen wurde, werden einerseits durch Kleine Schenkungen Projekte gefördert, auf der anderen Seite werden Programme zur Ausbildung zum Ausbilder für Künstler, Lehrer/Ausbilder, Psychologen, Aktivisten und NGO-Mitarbeiter angeboten, die Kunstaktionen für Kinder anbieten werden.

Projektaktivitäten und Methode

  • KLEINE SCHENKUNGEN (15. Februar 2018 – 15. Februar 2019): Wesentliches Ziel des im Rahmen der psychosozialen Förderung angebotenen Kunstateliers ist es, kriegstraumatisierte Kinder anzuregen, ihre Stärken wahrzunehmen, ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht alleine sind, dem Erlebten einen Sinn zu geben und ihnen die Möglichkeit zu bieten, eine gute Zeit zu verbringen und dadurch die Fähigkeit zu stärken, ihr Traumata zu überwinden. Unsere erste wesentliche Tätigkeit besteht darin, an Psychologen, Künstler, Lehrer/Ausbilder, Aktivisten und NGO-Mitarbeiter, welche die psychosozialen Angebote durchführen werden, die kleinen Schenkungen vorzunehmen, die sie für ihre Projekte benötigen. Mit dieser Förderung wird beabsichtigt, aus den Künstlern, Lehrern/Ausbildern, Psychologen, Aktivisten und NGO-Mitarbeitern, die an Kinder gerichtete Kunstateliers und Veranstaltungen anbieten und einen Antrag gestellt haben, um die für ihre Projekte erforderlichen Materialien und ähnlichen Bedarf erwerben zu können,  eine Auswahl zu treffen und diese zu unterstützen. Die Anträge, die bei diesem Programm, für das es keine Antragsfrist gibt und bei dem jederzeit Anträge eingereicht werden können, eingehen, und den festgelegten „Bewertungskriterien“, die auf der Internetseite aufgeführt werden, entsprechen, werden am Ende jeden Monats durch eine Bewertungskommission aus den Vertretern von Kompetenz, SKYGD und Anadolu Kültür sowie aus Experten, die Ausbilder ausbilden, und aus Vertretern der NGOs, die sich um diese Angelegenheiten kümmern, soweit es geht mit einer Methode, die bürokratische Hürden aufhebt, ausgewertet und die Förderungen werden den Antragstellern kurzfristig  zugewiesen. Von den Anträgen, die in den 12 Monaten zwischen Februar 2018 – Februar 2019 eingehen werden, sollen 60 gefördert werden. An jedes Projekt soll eine Zahlung von maximal 1.500-2.000 TL vorgenommen werden, die auch die Zahlungen für das Material und ähnliche Positionen einschließt. Die Unterstützung durch die Kleine Schenkung umfasst auch die Beratungen bei der Projektvorbereitung, beim Projektablauf, bei der Erstellung des Projektberichts, der Archivierung, der Kommunikation, der Koordinierung etc., die von den Personen und Einrichtungen bei der Erstellung ihrer Projekte unterstützend hinzugezogen werden. Nach dem Abschluss der Veranstaltungen wird von den Atelieranbietern ein Abschlussbericht mit Fotos und Kurzvideos angefordert. Darüber hinaus wird jegliche Unterstützung (Hinfahrten, Speisen u. ä.) angeboten, die die Teilnahme der Kinder an den Ateliers ermöglichen und erleichtern. Zusätzlich wird ein Kommunikationsnetz zwischen den Projektteam/-teams eingerichtet, damit die eindrucksvollen Beispiele auch in anderen Gebieten umgesetzt werden können.
  • AUSBILDUNG ZUM AUSBILDER: Lehrerinnen, Aktivistinnen und NGO-Mitarbeiter, die psychosoziale Unterstützung anbieten, sollen als Ausbilder ausgebildet werden, damit sie produktiv und professionell vorgehen können. Dieses Angebot setzt sich zusammen aus zwei Ausbildungsprogrammen (Atelier 1 und 2) – allgemein und thematisch -, einem gemeinsamen Arbeitscamp, der Erstellung eines Handbuchs, der Arbeit in den Ateliers und einem Auswertungsgespräch.
  1. Atelier-1 | Allgemeine Vorlesungen: Methodologie der Arbeit mit Kindern – Psychologische pädagogische Ansätze

Dieses Atelier wird für sämtliche Ausbilder, Aktivisten und NGO-Mitarbeiter, die sich anmelden, offen sein. Hier ist gemeinsam mit Akademikern, die in ihrem Fach Experten sind, und Sozialarbeitern, die Experten in sozialem Dienst sind, ein zweitägiges Ausbildungsprogramm zu erstellen. Wesentliches Ziel ist es hierbei, über psychologische und pädagogische  Förderungsmethoden zu sprechen und solche zu erarbeiten, die bei der Arbeit mit den Kindern nicht nach Arbeitsfeldern variieren und von sämtlichen Ausbildern eingesetzt werden können. Dieses Atelier wird entsprechend dem von den einzuladenden Fachausbilders und Atelierbetreibern erstellten Programm 2 Tage dauern und es wird je nach den Fachgebieten der Ausbilder und der Anzahl der Teilnehmer in einer oder mehreren Klassen gleichzeitig durchgeführt. Damit alle Teilnehmer von den Vorträgen einen Nutzen ziehen können, ist ein entsprechendes Programm anzufertigen. Der Terminplan für das Atelier, an dem die Teilnahme von 40-45 Personen geplant ist, ist entsprechend der Anzahl der Anmeldungen zu überarbeiten.

  • Das Ausbildungscamp „Methodologien und pädagogische Ansätze bei der Arbeit mit Kindern in Kampfgebieten“ ist für alle Künstler, Lehrer/Ausbilder, Psychologen, Aktivisten und NGO-Mitarbeiter offen, die sich bei den Ateliers zur Ausbildung von Ausbildern anmelden. Für das Programm, an dem die Teilnahme von 40-50 Personen vorgesehen ist, wird öffentlich geworben. Von den Anmeldungen werden die entsprechend zuvor festgelegter Kriterien ausgewählten Personen an dem gesamten Ausbildungsprogramm teilnehmen. Das allgemeine Ausbildungs-/Arbeitscamp, an dem Akademiker/Psychologen, die in ihrem Fachgebiet Experten sind,  und Experten im Sozialdienst/Sozialarbeiter als Ausbilder tätig sein werden, wird 5 Tage dauern. Wesentliches Ziel besteht hier darin, über pädagogische Ansätze und Methoden der Förderung zu sprechen, die alle Ausbilder einsetzen können, und der Arbeit mit diesen Methoden.
  1. Atelier-2 |Thematische Vorlesungen: Entsprechend den Arbeitsfeldern

Die Teilnehmer, die das erste Atelier abschließen, können je nach ihrem Fachgebiet, Interesse und Arbeitsfeld eines oder mehrere der thematischen Ateliers auswählen und an diesen teilnehmen. Unter der Annahme, dass jeder Teilnehmer an jedem Atelier teilnehmen kann, ist jedes Wochenende ein Atelier zu einem Thema anzubieten. Je nach der Anzahl der Anmeldungen zu den Ateliers können auch Ateliers, die ähnliche Themen behandeln, am selben Wochenende angeboten werden. Auch wenn Änderungen möglich sind, sollte jedes Atelierprogramm 2 Tage dauern und für 15 Personen ausgerichtet sein. Jedes Atelier wird von zwei Ausbildern durchgeführt werden, von denen der eine aus der Region und der andere aus einer Stadt kommt.

  1. Arbeitscamp; Dieses Camp, das für alle Teilnehmer, die an den allgemeinen und thematischen Ateliers teilgenommen haben,  offen ist, hat die Erstellung eines Arbeitsheftes, das von den Ausbildern allgemein und thematisch genutzt werden kann, zum Ziel.  Eine weiteres wichtiges Ziel des Camps besteht darin, die Motivation der Ausbilder, die mindestens genauso unter dem Einfluss des Kampfgeschehens stehen und traumatisiert sind, zu stärken, sie aus dem Kampfgeschehen, inmitten dessen sie sich befinden, herauszuholen, Erfahrungen auszutauschen und einen Bereich zu schaffen, in dem sie  zusammenarbeiten können.

Das Arbeitscamp kann in allen für künstlerische und akademische Aktivitäten geeigneten Dörfern an der ägäischen Küste oder der Mittelmeerküste durchgeführt werden. Es wird geplant, die Produkte des allgemeinen und thematischen Ateliers und Beispiele aus der einjährigen Arbeit der Kinder im Camp auszustellen. Ziel der Ausstellung ist, dass die Ausbilder alle erzeugten Produkte sehen und auf dieser Grundlage die Möglichkeit haben,  ihre Erfahrungen austauschen. Der Erfahrungsaustausch wird wieder in Begleitung der Supervisoren stattfinden und von den Referenten aufgenommen.

“Arbeit mit Kindern in Kampf- und Kriegsgebieten, Handbuch für Ausbilder”: In den allgemeinen Vorlesungen während des Arbeitscamps werden mit einer Tonbandaufnahme, bei den Gruppenarbeiten über Freiwillige und über das Projektteam Berichte erstellt. Diese Informationen, die später bei den Supervisoren zusammengetragen werden, werden mit den Notizen der Supervisoren als ein Handbuch für Ausbilder Online zur Verfügung gestellt.

Das `Handbuch für Ausbilder für die Arbeit mit Kindern in den Kampfgebieten´ ist digital in zwei Sprachen (Türkisch und Kurdisch) zu erstellen. Das Handbuch wird  über die Kommunikationskanäle an sämtliche Einrichtungen, die am Projekt teilgenommen haben bzw. die das Projekt unterstützt haben, aber insbesondere an Kompetenz Berlin, SKYGD und Anadolu Kültür verteilt (über die Internetseite, die sozialen Medien, Bulletins und Bekanntgaben etc.).

Bewertungsgespräch: Im letzten Abschnitt des Programms wird in einem Gespräch die Funktionalität der Ausbildung bewertet. Hierzu werden sämtliche Teilnehmer, die an der Ausbildung teilgenommen haben, aber insbesondere die Teilnehmer, die in den Umsetzungsateliers ein Projekt durchgeführt haben, eingeladen, die Erfahrungen in den Umsetzungsateliers ausgetauscht und über die Funktionalität geredet. Nach dem Gespräch wird ein Auswertungsbericht erstellt und an sämtliche Teilnehmer und zuständige Einrichtungen verteilt.

Mitteilung zum Abschlussbericht und zum Handbuch für Ausbilder: Der kurze Abschlussbericht, der nach dem Bewertungsgespräch zu erstellen ist, wird das ganze Projekt umfassen. Es ist eine Versammlung durchzuführen, in der dieser kurze Abschlussbericht, in dem die Themen Kleine Schenkung und Ausbildung von Ausbildern bewertet werden, und das Handbuch für Ausbilder für die Arbeit mit Kindern in Kampf- und Kriegsgebieten bekannt gemacht werden. Die Versammlung, zu der sämtliche betroffenen Einrichtungen und die Presse eingeladen werden, wird öffentlich sein.